Schildkröten im Spiegel der europäischen Tagespresse:
 
(diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zeigt jeweils
nur einen Auszug des gesamten Berichts) 
Der Inhalt muss nicht mit den Zielen der ISV übereinstimmen. 
 
  Einmaliges Ökosystem in Costa Rica in Gefahr
    Geplante Thunfischfarm gefährdet Meeresschildkröten, Wale und Delfine
    Korntal-Münchingen (pts/03.11.2006/10:00) - Der Golfo Dulce ist eines
    der Naturwunder im Südwesten von Costa Rica - und weltweit einer von nur
    drei tropischen Fjorden. Die große Bucht beherbergt seltene und vom
    Aussterben bedrohte Arten wie Meeresschildkröten, verschiedene Wal- und
    Delfinarten, Walhaie, Seevögel und farbenprächtige tropische Fische.
    Buckelwale bringen dort ihre Jungen zur Welt, und die Strände sind
    wichtige Brutplätze für mehrere Arten von Meeresschildkröten.
    Dieses einmalige Gebiet und Ökosystem ist in höchster Gefahr, da ein
    privatwirtschaftliches Unternehmen in der Mündung der großen Bucht eine
    großflächige Thunfischfarm plant. Die Auswirkungen wären weitreichend,
    denn Costa Rica ist weltweit insbesondere für den Ökotourismus bekannt
    und geschätzt. Mit der Fischfarm wird der gesamte ökologische Kreislauf
    dieses Naturwunders zerstört und der Menschheit geht diese Einmaligkeit
    der Natur verloren.
    Das Projekt kann nur durch den amtierenden Präsidenten Oscar Arias
    Sanchez, Friedensnobelpreisträger, gestoppt werden. Er muss
    nachdrücklich darauf hingewiesen werden, dass mit der Errichtung dieser
    Thunfischfarm Costa Rica seinen einmaligen Status als umweltbewusstes
    Land verlieren würde. Privatpersonen und NGO`s haben sich bereits an den
    Präsidenten gewandt und ihn gebeten, das Projekt abzulehnen.
    Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz / Action Campaign for Endangered
    Species hat eine Online-Petition ins Leben gerufen; um Präsident Oscar
    Arias Sanchez zu bitten, dieses naturzerstörende Projekt zu stoppen.
    Alle sind aufgefordert, diese Petition und Kampagne zu unterstützen
    unter www.aga-international.de.
    Die Thunfischfarm im Golfo Dulce-Gebiet
    Die Einheimischen arbeiten in Ökolodges, kleinen Restaurants und Shops,
    und Surfer, Taucher und Sportfischer verschaffen den Menschen ein
    Einkommen. Etwa 1000 Fischer, die mit kleinen Booten aufs Meer fahren,
    um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sind auf den Golfo Dulce
    angewiesen.
    Die geplante Fischfarm mit 7,4 km Länge und 2,2 km Breite soll etwa
    eineinhalb Kilometer vor dem Ort Punta Banco und einem Indianerreservat
    errichtet werden. Junge Gelbflossenthunfische werden im offenen Meer
    gefangen und über große Distanzen zur Farm geschleppt. Dort setzt man
    sie in die Netzkäfige, mästet sie mit Sardinen aus Peru, bis zum Verkauf
    für Sushi in Japan und den USA.
    Die Auswirkungen der Thunfischfarm auf dieses äußerst sensible Gebiet
    wären verheerend:
      * Starke Gefährdung der Bestände von jungen Thunfischen
      * Delfine, Wale, Meeresschildkröten und andere Meeresbewohner verenden
        als Beifang in den Fangnetzen.
      * Meeresschildkröten erreichen nicht mehr die Brutplätze am Strand und
        die geschlüpften Jungtiere können nicht mehr zurück in das offene
        Meer.
      * Tonnenschwere Anker, zur Stabilisierung der Netzkäfige, zerstören
        die Riffe.
      * Verbot des Fischens in der Nähe der Fischfarm. Verlust der besten
        Fanggründe und Energiequelle für die Anwohner und Guyami-Indianer.
      * Futterreste, Fäkalien und Chemikalien, zur Parasitenabwehr und
        Reinigung der Käfige, verschmutzen das Wasser und sind auch ein
        Gesundheitsrisiko für Schwimmer, Taucher und Surfer, die im
        weltbekannten Surferort Pavones ihre Wettbewerbe austragen.
      * Haie, die durch die Farm angezogen werden, sind ein weiteres Risiko.
      * Zunehmende Umweltverschmutzung durch den stark erhöhten
        Bootsverkehr, der Arbeiter, Material und Futter zur Fischfarm
        bringt.
    Ein einzigartiges ökologisches Gebiet und ein Naturwunder, dazu ein
    gesundes Fischfang- und Tourismusgebiet soll dem freien Zugang der
    Bevölkerung entzogen und in ein naturzerstörendes Wirtschaftsunternehmen
    gewandelt werden.
    Die Petition
    Das Projekt wurde vom ehemaligen Präsidenten von Costa Rica und dem
    ehemaligen Umweltminister genehmigt, obwohl die vorliegende
    Umweltverträglichkeitsstudie große Mängel aufwies. Die Risiken, die sich
    aus diesem Projekt für die Umwelt ergeben, wurden nicht beschrieben,
    obwohl sie extrem hoch sind. Das Projekt ist auf Bitte der Betroffenen
    und mehrerer costaricanischer Umweltorganisationen vom Obersten Gericht
    angehalten worden bis zur endgültigen Entscheidung.
 Galapagos: Kreuzfahrtschiffe gefährden Naturparadies
    Forscher warnen vor Massentourismus im Mekka Darwins
    London (pte/13.10.2006/13:50) - Die zu Ecuador gehörenden
    Galapagos-Inseln zählen zum Olymp für Evolutionsforscher.
    Wissenschaftler warnen nun davor, dass Massentourismus diesen Garten
    Eden der Biologie bedroht. Besonders die großen Kreuzfahrtschiffe machen
    den Forschern der Charles Darwin Foundation
    http://www.darwinfoundation.org Angst, denn die Schiffe werden immer
    größer und damit auch die Zahl der Passagiere, berichtet das
    Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .
    Bedroht werden die Inseln mit der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt
    vor allem durch fremde Arten, die zufällig mit den Touristen mitkommen.
    Schon jetzt gehören bereits Ratten und Ziegen zu den Aliens, die der
    lokalen Flora und Fauna großen Schaden anrichten. Rund 126.000 Touristen
    haben 2005 die Inseln besucht. Die Tendenz ist weiter steigend. Schon
    jetzt werden manche auf Galapagos lebende Tierarten durch die vielen
    Menschen gestört, berichten Forscher. "Wir wollen keine
    Kreuzfahrtsschiffe, weil wir glauben, dass diese nicht nachhaltig sind",
    bringt es Felipe Cruz von der Charles Darwin Foundation auf den Punkt.
    "Diese Schiffe hinterlassen große Mengen an Abfällen und Abwässer. Die
    Passagiere erhalten alle Mahlzeiten an Bord und tragen somit kaum zur
    Wertschöpfung der Inseln bei", argumentiert der Wissenschaftler.
    Die ecuadorianische Regierung hat dennoch den Kreuzfahrtmarkt für
    Galapagos freigegeben - mit der Beschränkung auf maximal zwölf
    500-Passagier-Schiffe pro Jahr. 2005 war erst ein solches Schiff auf den
    Inseln zu Besuch, aber 2008 soll Classic International Cruises weitere
    Fahrten anbieten. Wie empfindlich die Inseln gegen fremde Arten ist,
    machen Experten wie Leonor Stjepic vom Galapagos Conservation Trust in
    London deutlich: "Trotz großer Obsorge sind erst vor kurzem
    Fransenflügler und Brombeeren im Hochland von Santa Cruz gefunden
    worden. Beide Spezies bedrohen die heimischen Daisy-Trees", so der
    Wissenschaftler. Die Infrastruktur auf den Inseln sei nicht so gut, um
    sämtliche ankommenden Passagiere und ihre Gepäcksstücke zu untersuchen.
    Das Nationalpark-Management vom UNESCO-Weltkulturerbe Galapagos hat alle
    Hände voll zu tun. Im Projekt Isabela gelang den Forschern Tausende von
    Ziegen, die im 19. Jahrhundert von Piraten auf die Inseln Santiago und
    Isabela gebracht wurden, auszurotten. "Der Erfolg dieses Projekts hat
    wie ein Katalysator auf andere Vorhaben gewirkt", meint Cruz. Einer der
    nächsten Schritte wird sein, hunderte von Riesenschildkröten auf die
    Vulkanhänge von Pinta zu bringen. "Die Absenz von dominanten
    Pflanzenfressern auf der Insel hat die gesamte Vegetation total
    verändert", meint der dänische Botaniker Ole Hamannn von der Universität
    Kopenhagen, der seit 1970 dort arbeitet. "Die Schildkröten werden die
    Vegetation ausdünnen und wieder Platz für Gräser und Kräuter schaffen",
    so der Experte.
    Der nächste große Schritt schafft den Forschern allerdings
    Kopfzerbrechen: Die Ausrottung der Ratten. Hier will man ähnlich
    vorgehen wie auf der subantarktischen Campbell-Island. 2003 hatten
    Ökologen dort etwa 200.000 Ratten mit Giftköder, der von Flugzeugen
    abgeworfen wurde, vernichtet (pte berichtete
    http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=030527047 ). Mit dem aufkommenden
    Massentourismus wird die Situation allerdings zunehmend schwieriger.
    Ende des Monats soll in Workshops geklärt werden, wie man die Zahl der
    Besucher nach unten drücken kann. Eine Möglichkeit wäre über die
    Landungsgebühr. Diese soll von derzeit 100 Dollar auf 500 Dollar
    angehoben werden. "Wir glauben, dass dies die einzige Chance ist, um
    einen nachhaltigen Tourismus und damit verbunden eine nachhaltige
    Gesellschaft für Galapagos zu schaffen", meint Graham Walters von der
    Charles Darwin Foundation. (Ende)
   Aussender: pressetext.austria

Tahiti: Aufregung um Marlon Brandos Insel
    Nur Öko-Resort ist ein sinnvolles Projekt

Papeete/Tahiti (pte/12.08.2006/11:05) - Die Zukunft des Öko-Resorts auf der Insel des verstorbenen Schauspielers Marlon Brando steht nach jüngsten Angaben der Tahitipresse http://www.tahitipresse.pf auf wackligen Beinen. Die zukünftigen Hotelbetreiber wollen die Lagune und die Insel nämlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen wissen, ehe sie mit der Errichtung beginnen, denn nur intakte Natur und Umwelt seien für die zukünftigen Besucher von Interesse, erklärte Richard Bailey CEO der Tahiti Beachcomber SA, die das neu geplante Resort betreiben werden.

Gemeinsam mit der US-Umweltgruppe "Friends of Tetiaroa" sollen die 30.000 dort lebenden Seevögel und die ökologisch wertvolle Umwelt erhalten bleiben. Die Umweltgruppe Global Coral Reef Alliance http://globalcoral.org hatte bereits im Januar 2006 eine Petition an den Präsidenten von Französisch Polynesien, Oscar Temaru, gesendet, in der sie den Schutzstatus des fragilen Ökosystems von Tetiaroa forderten. Neben der Vogelkolonie sei das Atoll Brutplatz für Meeresschildkröten sowie Habitat für zwei inzwischen sehr selten gewordene Krustentiere, dem Palmendieb, die größte Landkrabbe der Welt, sowie dem im Meer lebenden Großen Heuschreckenkrebs.